Christian Harr

Marktüberblick: Handelsstreit zwischen USA und China bewirken Abkühlen der globalen Wirtschaft

Starteten die Aktienmärkte noch vorwiegend positiv in den letzten Monat des Jahres 2018, drehten die Märkte im Laufe des Monats Dezember ihre Vorzeichen um und schlossen am letzten Handelstag des Jahres auf Monatssicht teilweise tiefrot.

Handelsstreit USA und China: Zwischen Annäherung und Abkühlung

Eine Annäherung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China während des G20 Gipfels sorgte für einen versöhnlichen Auftakt in den Dezember. So erklärte sich Präsident Trump bereit auf eine Erhöhung der geltenden Strafzölle von 10% auf 25% zu verzichten – allerdings nur für 90 Tage. Bis zum Ende dieser Frist wollen beide Seiten versuchen sich in ihren Streitigkeiten und Unstimmigkeiten anzunähern. Eine weitere Erhöhung und Ausweitung der Strafzölle ist somit weiterhin nicht vom Tisch.

Die Handelsstreitigkeiten der beiden Supermächte haben bereits ein Abkühlen der globalen Wirtschaft zur Folge. Immer mehr Unternehmen stellen aufgrund der steigenden Unsicherheit ihre Investitionen zurück. Der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums dürfte daher wohl überschritten sein.

Für Aufsehen sorgte die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Konzerns Huawei wegen möglicher Verstöße gegen die Iran-Sanktionen auf Veranlassung der USA. Sorgte die Annäherung während des G20-Gipfels noch für Entspannung, interpretierten die Märkte die Verhaftung als eine klare Verschärfung des Tons der USA gegenüber China in den Handelsstreitigkeiten und quittierten die Festsetzung mit starken Kursabschlägen. Auch Ende 2018 war keine finale Annäherung für eine andauernde Entspannungen im Handelskonflikt zu erkennen.

USA: Innenpolitische Streitigkeiten der Republikaner und Demokraten im Haushaltsgesetz

Auch innenpolitisch haben die Vereinigten Staaten mit Unstimmigkeiten und Streitigkeiten zu kämpfen. Demokraten und Republikaner konnten sich Ende Dezember nicht auf ein Haushaltsgesetz einigen. Größter Streitpunkt: Präsident Trumps Wahlversprechen eine Grenzmauer zu Mexiko zu errichten. Hierfür verlangt der Präsident vom US-Kongress gerne fünf Milliarden US-Dollar, was die Demokraten strikt ablehnen. Seitdem herrscht eine Haushaltssperre, ein sogenannter Government Shutdown. Hunderttausende Staatsbedienstete befinden sich im Zwangsurlaub, bzw. müssen ihre Arbeit ohne Bezahlung verrichten. Eine Annäherung scheint derzeit kaum möglich.

Europa: Drohender "harter" Brexit Großbritanniens

Auf dem europäischen Kontinent konnten Italien und die EU-Kommission eine Einigung im andauernden Haushaltsstreit vermelden. Allerdings fand dies vor dem Hintergrund eines drohenden harten Brexits kaum positive Betrachtung. Statt der geplanten Neuverschuldung von 2,4% näherte sich die italienische Regierung bis auf 2,04% der EU-Kommission an. Dabei wurde die EU-Kommission indirekt von Frankreich unter Druck gesetzt. Um sich der Bewegung der „Gelbwesten“ anzunähern, sprach sich der französische Präsident Macron für eine Reihe sozialer Maßnahmen für Geringverdiener aus. Finanziert werden soll dies durch Einsparungen, neue Steuern und unter anderem über eine höhere Neuverschuldung. Experten gehen davon aus, dass das französische Haushaltsdefizit um rund 3,2% der Wirtschaftsleistung steigen wird. Italien gilt zwar mit einer Staatsverschuldung in Höhe von rund 130% der Wirtschaftsleistung als hochverschuldet, allerdings würden die Pläne Frankreichs eine klare Verletzung der Maastricht-Regeln darstellen, welche eine Neuverschuldung von höchstens 3% der Wirtschaftsleistung vorsieht.

Vermeldete die britische Regierung im November noch einen nahenden Brexit-Deal, so wurden Anleger im Dezember auf die Probe gestellt. Vor dem Hintergrund einer drohenden Niederlage über den ausgehandelten Brexit-Deal mit der EU-Kommission, musste die britische Premierministerin May die parlamentarische Abstimmung verschieben. Einigen Abgeordneten ist der ausgehandelte Deal zu “weich“, andere wiederum fordern lautstark den Exit vom Brexit. Anschließend sah sich die Premierministerin einem Misstrauensvotum gegenüber. Zwar überstand Sie dieses, allerdings mit 117 Gegenstimmen. Das fehlende Vertrauen dürfte das künftige konstruktive Regieren erheblich erschweren.

Marktentwicklungen: Fallende Indizes zum Jahresende 2018

Im Dezember verzeichneten die meisten Aktienindizes ein sattes Minus. Der DAX gab rund 6,2% nach, Euro Stoxx 50 5,4%, Dow Jones und S&P500 jeweils rund 9%. Der japanische Nikkei verzeichnete einen Rückgang von rund 10,5%. Auf Jahressicht verloren der DAX sowie der Euro Stoxx 50 rund 18%. Dow Jones und S&P 500 gingen hingegen mit rund 6% deutlich geringer zurück.

Bei den Edelmetallen wusste vor allem Silber zu überzeugen (+9,3%), dicht gefolgt von Palladium (+7,6%) und Gold (+4,9%). Somit konnte Palladium auf Jahressicht fast 19,5% zulegen.

Auch im Dezember gaben die Rohölpreise weiter nach. Ende Dezember kostete ein Barrel Rohöl der Sorte WTI rund 9,5% weniger als zum Monatsanfang. Brent gab gar über 11% nach. Durch ein Überangebot getrieben, verbilligte sich Rohöl der beiden Seiten um jeweils über 21,5% auf Jahressicht.

Performanceübersicht Dezember 2018*

Performanceübersicht der Themeninvestments digitale Vermögensverwaltung investify 2018
Themeninvestments Ab Start* 12 Monate rollierend** Jahr 2018 Dezember 2018
Robotik 13,7% -14,5% -14,5% -8,7%
Zugpferde der deutschen Wirtschaft 13,1% -13,9% -13,9% -7,1%
Gründergeführte Unternehmen -4,9% -26,0% -26,0% -9,2%
Dividendenkönige 14,2% -2,9% -2,9% -6,1%
Die schnellsten 25 24,2% 2,7% 2,7% -8,3%
Ethisches Investieren -3,2% -16,7% -16,7% -9,5%
Wasser 2,7% -7,9% -7,9% -6,7%
Disruptive Welt 11,8% -0,2% -0,2% -8,5%
Alternde Bevölkerung -1,2% -8,9% -8,9% -8,8%
Gold -5,8% -1,5% -1,5% 3,6%
Cyber Security*** 9,7% 9,9% 9,9% -9,1%
Titanen der Alpen**** -7,4% -4,1% -4,1% -6,9%
Nordlichter**** -8,8% -7,7% -7,7% -4,8%
Nachwachsende Renditen**** -4,4% -11,9% -11,9% -9,4%
Top Picks***** -24,4% -21,9% -21,9% -7,0%

Performanceübersicht der Basisanlagen digitale Vermögensverwaltung investify 2018
Basisanlagen Ab Start* 12 Monate rollierend** Jahr 2018 Dezember 2018
Basisanlage 1 -0,8% -0,6% -0,6% 0,1%
Basisanlage 2 2,0% -1,7% -1,7% -1,4%
Basisanlage 3 3,4% -2,8% -2,8% -2,7%
Basisanlage 4 3,9% -4,3% -4,3% -4,2%
Basisanlage 5 4,6% -6,3% -6,3% -5,5%
Basisanlage 6 6,4% -7,2% -7,2% -6,8%

* 01.12.2016 bis 31.12.2018, sofern nicht anders angegeben
** 01.01.2018 bis 31.12.2018
*** Start: 16.05.2017
**** Start: 02.06.2017
***** Start: 06.10.2017
alle Angaben nach Produktkosten und vor Vermögensverwaltungsgebühr (1% p.a.)

Themenüberblick: Gold legt zu bei Themeninvestments

Bei unseren Themen-Investments konnte einzig das Thema „Gold“ zulegen, rund 3,6%. Das Thema konnte somit seine Verluste aus der ersten Jahreshälfte eindämmen und weist auf Jahressicht ein Minus von 1,5% aus. Alle übrigen Themen-Anlagen mussten im Dezember teils schwere Verluste hinnehmen. Schlusslicht bildeten dabei die zwei Themen „Nachwachsende Renditen“ (-9,4%) und „Ethisches Investieren“ (-9,5%). Auch in diesem Monat musste das Thema „Gründergeführte Unternehmen“ erhebliche Verluste (-9,2%) wegstecken. Auf Jahressicht gab das Thema rund 26% nach.

Performance unserer Basisanlagen im Dezember 2018

Im Dezember hatten alle unsere Basisanlagen, bis auf Basisanlage 1, Verluste zu verzeichnen. Basisanlage 1 ist es aufgrund der erhöhten Nachfrage nach sicheren Anleihen gelungen 0,1% zuzulegen. Unsere Basisanlage der höchsten Risikoklasse, Basisanlage 6, bekam den Rückgang der Aktienkurse weltweit zu spüren und musste einen Verlust von rund 6,8% hinnehmen. Alle übrigen Basisanlagen gaben zwischen 1,4% und 5,5% nach.

zurück

Über den Vermögensverwalter investify

Die investify S.A. ist der erste volldigitale und gleichzeitig individuelle Vermögensverwalter und Robo-Advisor. Standorte sind Luxemburg und Köln. Das Unternehmen verfügt über eine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung und ist europaweit durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF Luxemburg) reguliert. investify verwaltet das Vermögen seiner Kunden nach individuellen Vorgaben und bietet Themeninvestments. Auf Basis der eigenen, hochmodernen Vermögensverwaltungsplattform kann investify eine individuelle Vermögensverwaltung für eine große Kundenanzahl anbieten. investify ist damit für Privatanleger und im B2B-Bereich für die Zusammenarbeit mit Banken, Versicherungen und Unternehmenskunden positioniert.
Mit einer digitalen Vermögensverwaltung von investify erleben Kunden eine Geldanlage mit diesen Vorteilen:

  • Tägliche Portfolio-Betreuung, die durch Profis überzeugt.
  • Individuelle Anlagethemen
  • Intelligentes, individuell ausgerichtetes Risikokonzept 
  • Unabhängig von bestimmten Produktanbietern
  • Jederzeit sicherer Zugang zum eigenen Vermögen
  • Ein- und Auszahlungen jederzeit möglich
  • Übersichtliche, digitale Vermögensverwaltung auf allen Endgeräten (Smartphone, Tablet und PC)

www.investify.com