Christian Harr

Marktbericht

Das dritte Quartal 2018 startete mit Schwung in den Juli. In Deutschland sorgte zum einen die Einigung im Streit in der Asylpolitik für positive Stimmung. Zum anderen ließ eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und der EU die Finanzmärkte durchatmen. In den USA sorgte vor allem die US-Steuerreform, steigende Zinsen und robuste Wirtschaftszahlen für positive Effekte an den Aktienmärkten. Auch in Asien sorgten stabile Wirtschaftsdaten für einen soliden Start in das neue Quartal.

Im Laufe des Quartals erhöhte sich die Volatilität an den Finanzmärkten merklich. Die USA setzten China und die EU mit neuen Drohungen im Handelsstreit weiter unter Druck. Auf den Plan der EU, selbst Schutzzölle als Antwort auf das amerikanische Vorgehen zu erheben, konterte Präsident Trump mit der Androhung neuer Zölle.
Traten Anfang Juli noch amerikanische Strafzölle auf Waren im Gegenwert von 34 Milliarden US-Dollar auf chinesische Importe in Kraft, verleitete die Gegenreaktion der Chinesen, Zölle im gleichen Ausmaß auf US-Importe, die US-Regierung zur Androhung neuer Strafzölle in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar. Am 24. September ist das bisher größte Paket an Strafzöllen im Handelsstreit mit China final in Kraft getreten.
Konnte die EU Ende Juli US-Zölle noch verhindern, so haben die Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und China mittlerweile auch Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen der EU mit China. Als Konsequenz auf die amerikanischen Strafzölle auf chinesischen Stahl und Aluminium sah sich die EU Mitte Juli gezwungen zum Schutz der europäischen Stahlindustrie ihrerseits „Schutzquoten“ durchzusetzen.

Mitte August sorgte US-Präsident Trump mit seiner Ankündigung Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei zu verhängen, für einen Anstieg der Volatilität am Währungsmarkt. Ziel der Sanktionen war die türkische Regierung zur Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson zu bewegen. Binnen kurzer Zeit wertete die türkische Lira rund 20% ab. Das Vertrauen der Anleger in die türkische Wirtschaft schrumpfte. Vor allem der zunehmende politische Druck auf die türkische Notenbank und dem damit verbundenen drohenden Verlust ihrer Unabhängigkeit sorgte bei den Investoren für eine Rückzug aus türkischen Werten. Daneben trieb der Währungsverfall die Sorge um die Zahlungsfähigkeit der türkischen Unternehmen, welche sich in den letzten Jahren sich aufgrund der niedrigen Zinsen vor allem im Ausland und deren Währungen verschuldet haben. Finanzinstitute hatten daraufhin einen Kurseinbruch zu verbuchen.
Auch die Währungen anderer Schwellenländer gaben im dritten Quartal gegenüber dem US-Dollar deutlich nach. So wertete die indische Rupie um rund 7,4% ab, der chinesische Renminbi um rund 4,8%.

Bereits im Mai wurde publik, dass die italienische Regierung einen Schuldenerlass in Höhe von 250 Milliarden Euro fordert. Im dritten Quartal sorgte Italien mit seinem Vorhaben einer deutlich höheren Neuverschuldung als geplant erneut für Unruhe an den Finanzmärkten. Obwohl der italienische Finanzminister die Neuverschuldung auf 1,6% des Bruttoinlandsprodukts begrenzen will, plant die italienische Regierung derzeit mit einer Neuverschuldung in Höhe von 2,4%. Aktuell liegt der Verschuldungsgrad Italiens bei rund 130%. Im Zuge der damit verbundenen Unsicherheit stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf über 3% an.

Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Börsenentwicklung

Bewegten sich der DAX und der Euro Stoxx 50 im dritten Quartal kaum (-0,5%, bzw. +0,1%), vermeldeten in Europa vor allem die skandinavischen Aktienmärkte solide Anstiege. Die schwedischen und norwegischen Leitindizes konnten jeweils um über 6% ansteigen. Der italienische Aktienindex FTSE MIB hingegen beendete trotz eines starken Monats September das Quartal mit einem Minus von rund 4,2%.

Boersenentwicklung im 3 Quartal 2018: EuroStoxx 50, S&P 500, Nikkei, Gold, Silber und WTI

In Asien vermeldet der HangSeng mit einem Rückgang von rund 4,1% einen ähnlich hohen Rückgang. Der japanische Nikkei hingegen konnte rund 8,1% zulegen. Bislang ist es Japan gelungen, dem protektionistischen amerikanischen Handeln auszuweichen und im Gegenzug seine Wirtschaft weiter zu stärken. So ist es der japanischen Regierung gelungen Anfang des dritten Quartals das seit 2013 vorbereitete Freihandelsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Das Abkommen schafft rund 99% aller bestehenden Zölle ab.

Wie bereits im bisherigen Jahresverlauf, konnten die amerikanischen Aktienindizes auch im dritten Quartal zu überzeugen. Die solide Wirtschaftslage sowie die positiven Auswirkungen der US-Steuerreform ließen den S&P500 um rund 7,2% ansteigen. Der amerikanische Technologieindex NASDAQ konnte rund 8,3% zulegen. Sinkende Arbeitslosenzahlen und ein steigender Konsum sorgten in den USA zusätzlich für Auftrieb.

Bei den Edelmetallen wusste vor allem Palladium zu überzeugen. Gab der Silberpreis rund 9,1% nach, verteuerte sich Palladium rund 12,4%. Gold verbilligte sich rund 4,8%. Stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte WTI im ersten und zweiten Quartal noch an legte die Preissteigerung eine kleine Verschnaufpause ein. WTI gab rund 1,5% nach.

Die Entwicklung der Basisanlagen

Angetrieben durch die positive Entwicklung in den USA konnten auch die investify-Basisanlagen im dritten Quartal zulegen. Zwar musste unsere Basisanlage 1 einen Verlust von rund 0,4% hinnehmen, so konnten die übrigen fünf Basisanlagen hingegen konnten die vergangenen drei Monate mit einem positiven Vorzeichen beenden. Dabei lag das Plus, je nach Risiko, zwischen 0,5% und 3,4%. Bei den höheren Risikokategorien wirkten sich die höheren Aktienquoten positiv aus.

Bei unseren Themeninvestments wusste vor allem das Thema „Titanen der Alpen“, mit einem Plus von rund 8,6%, zu überzeugen. Nicht weniger überzeugend schlug sich das Thema „Die schnellsten 25“ mit einem Plus von rund 8,5%.

Perfromance der investify Basisanlagen im Vergleich 2018

Alle im Text gemachten Performanceangaben bezogen auf die investify-Basisanlagen und investify-Themeninvestments sind nach Produktkosten und vor der Vermögensverwaltungsgebühr (1% p.a.).
zurück