Christian Harr

Größere Abverkäufe an den Aktienmärkten 2018

Starteten die Märkte noch seitwärts in das letzte Quartal des Jahres, trübte sich die Stimmung an den Finanzmärkten schnell ein. Die Vielzahl an geopolitischen Risiken sorgte im vierten Quartal 2018 weltweit für größere Abverkäufe an den Aktienmärkten. Auch am Rentenmarkt fiel das Zinsniveau merklich. Im Blickpunkt standen und steht nach wie vor der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China und die steigende Gefahr eines harten Brexits. Zudem sorgten der Haushaltsstreit zwischen der EU und der italienischen Regierung sowie der Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich für steigende Unsicherheit bei den Anlegern.

Revidierte Wachstumsprognosen des IWF und der schwelende Handelsstreit zwischen USA und China

Einen ersten größeren Dämpfer erhielten die Aktienmärkte mit der Revidierung der Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft durch den internationalen Währungsfonds. So korrigierte der internationale Währungsfonds seine Prognose im Oktober um 20 Basispunkte auf 3,7%. Dies ist unter anderem auf die anhaltenden Handelsstreitigkeiten der zwei größten Volkswirtschaften, den Vereinigten Staaten und China, zurückzuführen. Die Unsicherheit des Ausgangs des Konflikts veranlasst die Unternehmen weniger zu investieren, bzw. ihre Investitionen bis zur Beilegung des Streits aufzuschieben.

Innenpolitische Unsicherheiten in den USA

Auch innenpolitisch sorgten die USA für steigende Unsicherheit. Bei den US-Midterms ist es den Demokraten gelungen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu übernehmen. Dies dürfte das künftige protektionistische Regieren von Präsident Trump und den Republikanern erheblich erschweren. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits zum Ende des Jahres. Die Demokraten weigerten sich das vorgelegte Haushaltsgesetz zu unterzeichnen, welches einen Posten in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar für den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko vorsieht. Die Uneinigkeit sorgte zum Ende des Jahres für einen sogenannten „Government Shutdown“, der nach wie vor anhält. Hunderttausende Regierungsmitarbeiter befinden sich derzeit im Zwangsurlaub oder müssen ihre Arbeit ohne Bezahlung verrichten.

Brexit- Neuigkeiten 2018: Fortgang der ungelösten Brexit-Diskussion

Ein weiterer Risikofaktor bildete die nach wie vor ungelöste Brexit-Diskussion. Zwar einigten sich beide Seiten Mitte November auf einen Deal, allerdings sah sich Premierministerin May gezwungen, eine für den 11. Dezember geplante Abstimmung im britischen Parlament kurzfristig abzusagen. Bereits vor dem anstehenden Votum kommunizierte die EU-Kommission, dass eine Abänderung des ausgehandelten Abkommens nicht verhandelbar sei. Zwar überstand Premierministerin May ein anschließendes Misstrauensvotum, allerdings dürfte die hohe Anzahl an Gegenstimmen das Regieren erschweren.

Erleichterung im Haushaltsstreit zwischen EU und Italien

Erleichterung gab es im Haushaltsstreit zwischen der EU-Kommission und Italien zu vermelden. Weigerte sich die italienische Regierung zu Beginn des Quartals noch vehement ihre geplante Neuverschuldung in Höhe von 2,4% der Wirtschaftsleistung zu senken, vermeldeten beide Seiten im Dezember eine Einigung. Der neue Haushaltsentwurf der italienischen Regierung sieht nun eine Neuverschuldung von „nur“ noch 2,04% der Wirtschaftsleistung vor. Zwar lagen auch schon die vorherigen 2,4% weit unter den Maastricht-Kriterien, allerdings gilt Italien mit 130% seiner Wirtschaftsleistung als hoch verschuldet.

In Frankreich lähmte die Bewegung der „Gelbwesten“ das Land. Mit ihren Protesten gegen zu hohe Lebenshaltungskosten dürfte die Bewegung nicht nur ihren Unmut zum Ausdruck gebracht haben, sondern auch für ein geringeres Wachstum in Frankreich geführt haben. Zu hohe Spritkosten und die Einführung einer neuer „Ökosteuer“ hatte die Menschen landesweit zu Protesten veranlasst. Die Demonstrationen bewegten Präsident Macron dazu, finanzielle Zugeständnisse an das Land zu machen, die teilweise durch eine höhere Neuverschuldung gegenfinanziert werden sollen.

Börsenentwicklung, Q4 2018

Durch die Vielzahl ungelöster geopolitischer Risiken verloren fast alle großen Indizes weltweit zweistellig im vierten Quartal. Von der steigenden Unsicherheit konnten im abgelaufenen Quartal vor allem die Edelmetalle profitieren. Gold konnte rund 7,6% zulegen. Palladium verteuerte sich aufgrund der hohen Nachfrage aus der Industrie um rund 18,1%.

 

Marktentwicklung_Q4

 

Verteuerte Rohöl sich in den ersten drei Quartalen des Jahres, so gaben die Preise für ein Barrel im vierten Quartal stark nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich im abgelaufenen Quartal um 34,0%.

Entwicklung der investify-Basisanlagen

Die investify-Basisanlagen konnten sich der allgemeinen negativen Entwicklung der Finanzmärkte nicht entziehen. Im vierten Quartal hatten die Basisanlagen jeder Risikostufe einen Verlust zu beklagen. Aufgrund der hohen Aktienquote gab die investify-Basisanlage 6 rund 7,2% nach. Auch die risikoärmste Basisanlage 1 vermochte keine Zugewinne zu verzeichnen und notierte am Ende des Quartals rund 0,6% tiefer.

Themeninvestment Gold verzeichnet positive Performance

Bei den investify-Themeninvestments wusste einzig das Thema „Gold“ eine positive Performance aufzuweisen. Neben der positiven Entwicklung von Gold selbst profitierte das Thema daneben auch noch von einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Somit stieg das Thema im vierten Quartal rund 8,7% an.

 

 

PerformanceBasisanlageQ1Q2Q3Q4YTD

 

Alle im Text gemachten Performanceangaben bezogen auf die investify-Basisanlagen und investify-Themeninvestments sind nach Produktkosten und vor der Vermögensverwaltungsgebühr (1% p.a.).

 

 

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Über den Vermögensverwalter investify

Die investify S.A. ist der erste volldigitale und gleichzeitig individuelle Vermögensverwalter und Robo-Advisor. Standorte sind Luxemburg und Aachen. Das Unternehmen verfügt über eine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung und ist europaweit durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF Luxemburg) reguliert. investify verwaltet das Vermögen seiner Kunden nach individuellen Vorgaben und bietet Themeninvestments. Auf Basis der eigenen, hochmodernen Vermögensverwaltungsplattform kann investify eine individuelle Vermögensverwaltung für eine große Kundenanzahl anbieten. investify ist damit für Privatanleger und im B2B-Bereich für die Zusammenarbeit mit Banken, Versicherungen und Unternehmenskunden positioniert.
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