Christian Harr

Konjunkturüberblick

Starteten die meisten Aktienindizes seitwärts in den Monat, stiegen die Sorgen vor steigenden Zinsen und weiteren Handelsspannungen zwischen den USA und China an. Dies führte zu einer Kurskorrektur an den Aktienmärkten. Reagierten die US-Aktienmärkte im Vergleich mit den europäischen Börsen bislang unbeeindruckt auf steigende Zinsen oder die Handelsstreitigkeiten, kam es im Oktober auch an den US-Märkten zu einer Korrektur.

 

Die Gründe für den weltweiten Rückgang der Aktienmärkte sind vielfältig. Einer der Gründe für die Kurskorrektur liegt in der Angst der Anleger vor weiter steigenden Zinsen. Zwar lieferten die Arbeitsmarktdaten Anfang Oktober nur wenig Anhaltspunkte für eine weitere Straffung der US-Geldpolitik, allerdings wurden Äußerungen des FED-Präsidenten Powell als solche interpretiert. Ein weiterer Grund sind die weiterhin ungelösten Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China. Die Handelsstreitigkeiten und Strafzölle haben sich bereits auf die globalen Exporte ausgewirkt und so dürfte die protektionistische Haltung des US-Präsidenten seinen Beitrag dazu geleistet haben, dass der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft um 20 Basispunkte auf 3,7% gesenkt hat. Zudem warnten mehr Unternehmen als üblich vor einer schwächeren Gewinnentwicklung.

 

In Europa treiben vor allem die Unsicherheiten um einen weiterhin ungelösten Brexit und Italiens Haushaltplanung die konjunkturellen Risiken. Zwar vermeldeten die EU und die britische Regierung weitere Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen, größter Streitpunkt bleibt aber die weiterhin ungelöste Nordirland-Problematik. Somit wächst der Druck auf beide Parteien, bis zum Tag des Austritts, dem 29. März 2019, eine Einigung zu finden.

Italien will an seinem neuen Haushaltsplan und der höheren Neuverschuldung festhalten. Zwar hat die EU Kommission bereits Italiens Haushaltsentwurf zurückgewiesen, allerdings lehnt es die italienische Regierung weiterhin ab, der Aufforderung nach Änderungen am Haushalt nachzukommen. So sieht der geplante Haushalt einen Ausbau des Sozialsystems vor, welcher es rund einer halben Million Italienern ermöglichen soll, frühzeitig in Rente zu gehen. Außerdem ist die Einführung eines Grundeinkommens vorgesehen. Derzeit weist Italien einen Schuldenlast in Höhe von 130% der Wirtschaftsleistung auf. So verwundert es nicht, dass immer mehr Investoren ihr Kapital aus italienischen Investitionen zurückziehen.

 

Marktrückblick

Die drei großen deutschen Indizes DAX, MDAX und TecDAX gaben im Oktober im Mittewert rund 6,7% nach. Beim EuroStoxx50 stand ein Kursrückgang von rund 6,0% zu Buche. In den USA gab vor allem der NASDAQ100 stark nach. Er verlor rund 9,2%. Aber auch die Performance der breiten Indizes S&P500 (-7,3%) und Dow Jones (-5,6%) war stark negativ. Auch die asiatischen Märkte schlossen auf Monatssicht negativ. Der japanische Nikkei schloss rund 9,4% tiefer, der HangSeng etwa 8,0%.

 

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten entwickelten sich die Edelmetalle vorwiegend positiv. Allen voran legte Platin mit einer positive Wertentwicklung von rund 2,9% vor. Gold schloss rund 2,4% höher, Palladium rund 1,3%. Silber musste hingegen einen Kursrückgang in Höhe von rund 2,2% hinnehmen. Auffällig negativ entwickelte sich Rohöl. So verringerte sich der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte WTI im Oktober um rund 11,1%.

 

PerformanceUebersicht

 

Themenüberblick

Im Oktober entwickelte sich nur das Investmentthema „Gold“ positiv. Neben der positiven Entwicklung des Rohstoffs Gold selbst, profitierte das Thema auch von einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Insgesamt konnte das Thema rund 4,6% zulegen. Daneben konnte das Thema „Titanen der Alpen“ mit -0,8% noch ein moderates Minus verzeichnen. Alle übrigen Themen entwickelten sich dem Markt entsprechend negativ in einer Bandbreite zwischen -3,0% bis -11,8%. Ausreißer nach unten stellen hierbei die Themen „Robotik“ und „Gründergeführte Unternehmen“ mit -11,8%, bzw. -10,9% dar. Im Oktober standen vor allem Technologiewerte unter Druck.

 

Performance der Basisanlagen

Die investify-Basisanlagen entwickelten sich im Monat Oktober negativ. Zwar tendierte die Basisanlage 1 noch seitwärts, bei den übrigen Basisanlagen standen aber Verluste in Höhe von rund 1,1% bis 5,1% zu Buche. Der Grund hierfür ist die sukzessiv steigende Aktienquote in unseren Basisanlagen. Im Durchschnitt betrug die Performance der Basisanlagen im Oktober circa -2,6%.

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