Christian Harr

Marktüberblick

Die gute Stimmung aus dem Juli konnten die Investoren und Anleger nicht mit in den neuen Sommermonat August nehmen. Der Dax und der EuroStoxx50 gaben jeweils über 3,30 Prozent ab. Wie schon so oft in den letzten 1 ¾ Jahren beschäftigten sich auch diesen Monat die Börsen weltweit wieder einmal intensiv mit den Aussagen und Handlungen von Präsident Trump. Auftakt gab die Drohung, die bestehenden Strafzölle auf die Einfuhr chinesischer Produkte in einem Gegenwert von ca. 200 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Diese Aussagen wirken sich besonders stark auf die Aktienmärkte exportorientierter Nationen wie die der Volksrepublik China oder der Bundesrepublik Deutschland aus. China ließ sich aber nicht lange bitten und drohte bereits Gegenmaßnahmen an.

Was sich aber Ende der zweiten Augustwoche abspielte, erstaunte dann wohl alle Händler. Diesmal stieg Präsident Trump mit der Türkei in den Ring. Die türkische Wirtschaft hat schon seit längerem mit einer sehr hohen Inflation zu kämpfen (derzeit ca. 16,00 Prozent). Ein klassisches Mittel, eine hohe Inflationsrate zu bekämpfen, ist die Erhöhung der Zinsen durch die Zentralbank (derzeitiger Leitzins von 17,75 Prozent). So verschulden sich türkische Unternehmen bereits seit längerem in Euro und US-Dollar, da hier das Zinsniveau bekanntlich auf einem sehr niedrigen Niveau stagniert. Auch Präsident Erdogan ist kein großer Fan von hohen Zinsen und Zinserhöhungen, was er auch bereits mehrmals lautstark zum Ausdruck brachte. Er befürchtet somit das Wirtschaftswachstum seines Landes zu bremsen. Unter dem neu eingeführten Präsidialsystem fürchten sich die Investoren jedoch zusehends um die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank. All diese Faktoren bilden ein hochexplosives Gemisch für einen Wirtschaftskreislauf. Seit über anderthalb Jahren hält die Türkei den US-amerikanischen Pastor Andrew Brunson gefangen. Er wurde 2016 wegen Terrorverdachts verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Es wird ihm vorgeworfen am Putschversuch gegen Präsident Erdogan beteiligt gewesen zu sein. Um auf seine Freilassung zu drängen haben die Vereinigten Staaten von Amerika bereits seit längerem Sanktionen und Strafzölle gegen die Türkei verhängt. Um den Druck zu erhöhen, verdoppelte der amerikanische Präsident nun die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Im Zuge dieser Maßnahme gab die türkische Lira am 10. August gegenüber dem USD im Intradayhandel teilweise um über 20 Prozent ab. Zeitgleich drückte die Sorge um die europäische Wirtschaft in diesem Zusammenhang die europäischen Aktienmärkte merklich. Auch der Euro konnte sich auf dem Währungsmarkt nicht behaupten und musste deutliche Verluste hinnehmen.

Ziemlich unbeeindruckt von der weltweiten Verunsicherung und des starken Dollars zeigt sich hingegen der amerikanische Aktienmarkt. Dem S&P 500 sowie dem NASDAQ gelangen es trotz aller Widrigkeiten neue Allzeithochs zu erklimmen. Zwar konnten die heimischen Firmen ihre Gewinne nochmals weiter steigern, doch erscheinen die neusten Höchststände in Anbetracht der global angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage schon erstaunlich.

Themenüberblick

Die Themeninvestments zeichnen diesen Monat ein gemischtes Bild. Rund der Hälfte der Investments ist es gelungen im abgelaufenen Handelsmonat eine positive Rendite zu erwirtschaften. Die übrigen notieren leicht im Minus. Erfreulich ist, dass kein Themeninvestment ein größeres Minus als -1,00 Prozent aufweist. Hier macht sich u.a. die breite Diversifikation der Themeninvestments bemerkbar. Wie schon das ganze Jahr über ist das Thema „Cyber Security“ auch im August der Outperformer unserer investify-Themenwelt. Was die positive Entwicklung des NASDAQ schon nahelegt, bestätigt sich auch in den Zahlen: im August konnte das Thema eine Wertsteigerung um 9,3 Prozent erzielen.

Was ist mit Gold los?

Trotz der vielen Anspannungen und Unsicherheiten kommt Gold auch in diesem Jahr nicht in Fahrt. Ganz im Gegenteil. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis in US-Dollar um rund 8 Prozent nachgegeben. Auch im ereignisreichen August gab der Goldpreis in US-Dollar teilweise um bis zu 4 Prozent nach. Dies spiegelt sich auch in der Performance unseres Themas „Gold“ wider. Im gesamten August gab das Thema um rund 1 Prozent nach.

Doch woran liegt das? Hier liegt eine Kombination aus mehreren Faktoren vor. Rohstoffe werden traditionell in US-Dollar gehandelt. Nun konnte der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber anderen Währungen zulegen, was den Kauf des Edelmetalls für viele teurer macht. Vor allem die sogenannten Währungen der Emerging Markets, welche als starke Goldnachfrager gelten, gaben gegenüber dem US-Dollar deutlich nach. Auch ist das aktuelle Zinsniveau in den USA ein großer Gegenspieler von Gold. Staatsanleihen gelten seit jeher als „sicherer Hafen“. Steigen die Zinsen, gehen Anleger eher zu Staatsanleihen über, da sie gegenüber Gold einen regelmäßigen Zins erwirtschaften. Auch der bekannte Universitätsprofessor Paul Krugmann sprach zuletzt Bitcoin einen höheren Nutzen als Gold zu und sieht Gold als Wertanlage als „tot“ an. Trotzdem ist und bleibt Gold die einzige „Währung“, welche nicht beliebig reproduzierbar ist.

Wir dürfen gespannt sein, wo die Reise von Gold hingehen wird.

Renditeentwicklung der Themeninvestments der Anlagen

Performance der Basisanlagen

Die Basisanlagen von investify stagnierten den Monat August über und entwickelten sich nur marginal. Wie schon im Vormonat musste einzig die risikoärmste Variante (Basisanlage 1) eine leichte negative Rendite hinnehmen (-0,1 Prozent). Alle übrigen Risikostufen stiegen zwischen 0 und 0,4 Prozent an. Im Durchschnitt wiesen die Basisanlagen eine positive Wertentwicklung von rund 0,2 Prozent aus.

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