Christian Harr

Konjunkturüberblick

Zu Beginn des Monats bewegten sich die großen Indizes größtenteils seitwärts. Die Anleger blieben vor dem Hintergrund der US-Midterms in Lauerstellung. Auch ein Annähern zwischen den USA und China in ihrem andauernden Handelskonflikt sorgte kaum für Impulse. Die Republikaner konnten bei den Wahlen ihre Mehrheit im Senat behaupten, mussten allerdings im Repräsentantenhaus den Verlust ihres Überhangs hinnehmen. Dies hat zur Folge, dass sich die Regierungsarbeit von Präsident Trump erheblich erschweren wird. Große Wahlversprechen, wie z.B. ein großangelegtes Infrastrukturprogramm aufzulegen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr umzusetzen.

 

Erleichterung herrschte dann am 13. November. Die britische Regierung verkündete einen Durchbruch bei ihren Verhandlungen mit der EU. Die Unterhändler hätten sich auf ein Austrittsabkommen geeinigt. Brüssel reagierte allerdings deutlich zurückhaltender. Grund hierfür ist die am 11. Dezember anstehende Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament. Eine sichere Annahme des ausgehandelten Deals ist mehr als fraglich. Sollte es zu einer Ablehnung des Vertragstextes kommen, droht zum 29. März 2019 ein harter Brexit. Denn bereits jetzt hat die EU erklärt, dass es an dem jetzt ausgehandelten Deal keine Nachbesserungen seitens der EU geben wird. „Wenn dieser Deal nicht die parlamentarischen Hürden schafft, dann gibt es eben keinen Deal“, sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im ZDF-„Heute Journal“.

 

Zwischen der EU und Italien gibt es ebenfalls eine leichte Annäherung im Streit um die geplante Neuverschuldung Italiens zu vermelden. Nachdem die EU-Kommission einen minimal überarbeiteten Haushaltsentwurf ebenfalls ablehnte, kamen Ende des Monats leise Töne der Versöhnung von der italienischen Regierung, die zunächst mit Trotz und Unverständnis reagiert hatte. Zwar wolle man an der Ausrichtung des Haushalts festhalten, allerdings sei man nun bereit über die Höhe der Neuverschuldung zu verhandeln.

 

Marktüberblick

Tendierten die großen Aktienindizes zum Monatsanfang noch seitwärts, so gab es zur Monatsmitte vorwiegend rote Vorzeichen zu vermelden. Grund hierfür war eine stärkere Korrektur bei US-Technologiewerten. Vor allem Apple musste im November einen kräftigen Kursrückgang von rund 18,4% hinnehmen. Zwischenzeitlich überholte Microsoft Apple als wertvollstes Unternehmen (nach Marktkapitalisierung) der Welt.

 

Der DAX gab rund 1,7% nach, der TecDAX rund 1,8% und der MDAX rund 3,0%. Dem EuroSTOXX50 erging es mit einem Rückgang von nur 0,8% erheblich besser. Trotz der großen Kursverluste zur Monatsmitte konnten der amerikanische DowJones und der S&P500 1,7%, bzw. 1,8% zulegen. Auch die asiatischen Märkte wie der HangSeng (+6,6%) und Nikkei (+2,0%) konnten grüne Vorzeichen ausweisen.

 

Bei den Edelmetallen tat sich vor allem Palladium mit einem Plus von 9,1% hervor und konnte damit an die positive Entwicklung aus dem Vormonat anknüpfen. Grund für die starke Nachfrage dürften die chinesischen Bemühungen sein, beim Thema Umweltschutz Fortschritte zu erzielen. Gold und Silber tendierten annähernd seitwärts, Platin gab rund 4,6% nach.

 

Trotz weltweit robuster Konjunktur setzte sich im November der Verfall der Ölpreise fort. Ein Barrel der Rohölsorte WTI kostete am Freitag rund 21,4% weniger als zum Monatsanfang. Brent gab rund 22,2% nach.

 

Themenüberblick

Im November zeichnete sich in unserer Themenwelt ein gemischtes Bild. Trotz der Kurskorrektur bei amerikanischen Technologiewerten, verzeichnete das Themeninvestment „Robotik“ einen Zugewinn von rund 3,6%. Neben den Vereinigten Staaten engagiert sich das Thema auch hauptsächlich in Japan. Büßte das Thema „Die schnellsten 25“ im Monatsverlauf teilweise über 8,0% ein, konnte es sich zum Monatsende hin erholen und den Verlust auf 2,8% einschränken. Einen Ausreißer nach unten stellte vergangenen Monat das Themeninvestment „Gründergeführte Unternehmen“ dar, mit einem Rückgang von rund 4,9%. Das Thema engagiert sich hauptsächlich in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa.

 

 

Performanceübersicht*

Performance

 

Performance der Basisanlagen

Die investify-Basisanlagen entwickelten sich im Monat November durchweg positiv. Zwar blieb die die Basisanlage 1 unverändert, den übrigen Basisanlagen ist es aber gelungen bis zu 0,6% zuzulegen. Durchschnittlich betrug die Performance der Basisanlagen im November circa 0,4%.

 

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