Jacob Hetzel

Wannacry, veraltete Cloudserver und E-Mail-Leaks: Die Digitalisierung bringt uns nicht nur technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt, sondern macht unsere Unternehmen und Organisationen auch deutlich verwundbarer. Wie ist es mit der IT-Sicherheit in Deutschland bestellt? Und was erwartet uns zur kommenden Bundestagswahl im September? Wir haben für Sie nach den wichtigsten Berichten und Einschätzungen gegraben. Lesen Sie unser Update zum Anlagethema „Cyber Security“.

Zum ersten Mal seit langer Zeit richtig wach wurden Unternehmen, Institutionen und unzählige Privatanwender im Mai 2017: Die Schadsoftware WannaCry legte weltweit Zehntausende Computer lahm. WannaCry ist eine sogenannte Ransomware, die unbemerkt auf Rechner eindringt, dessen Daten verschlüsselt und für die Freigabe dieser eine Lösegeldzahlung verlangt.

Angriffe kosten Nerven – und Millionen

In Großbritannien kamen vierzig Krankenhäuser und mehrere Arztpraxen weder an ihre sensiblen Patientendaten noch an lebensnotwendige Technik im OP-Saal, in Deutschland war unter anderem die Deutsche Bahn betroffen. Und nur sechs Wochen später, Ende Juni, folgte mit Petya eine neuerliche Attacke. Unter den Opfern diesmal: Messanlagen für Radioaktivität in Tschernobyl, der dänische Reeder Maersk und der deutsche Konzern Beiersdorf. Der Angriff habe „viele Millionen“ Euro Schaden angerichtet, berichtet der Stern unter Berufung auf einen Beiersdorf-Manager. Auf fünf Milliarden US-Dollar summieren die Marktforscher des US-Instituts Cybersecurity Ventures die weltweiten Schäden durch Ransomware in diesem Jahr. Ein Rekord, im schlechtesten Sinne.

Clinton, Macron … und nun Merkel und Schulz?

Dass sowohl Unternehmen als auch öffentliche Einrichtungen dringend aufrüsten müssen, bestätigen gleich mehrere IT-Sicherheitsprofis in einem Artikel zu Security-Trends auf ChannelPartner. Henning Ogberg von Rohde & Schwarz Cybersecurity warnt darin explizit vor Angriffen auf “Webseiten und Netzwerke von Kandidaten, Parteien und der Regierung“ der kommenden Bundestagswahl. Nach den Erfahrungen mit der Präsidentenwahl in den USA sowie in Frankreich eine nicht gerade abwegige Vorstellung.

Im Tagesspiegeläußert sich Thomas Jarzombek, Internetpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, besorgt: „Ich bin schon lange der Meinung“, zitiert ihn die Zeitung, „dass wir die 16 Gigabyte Daten, die beim erfolgreichen Cyberangriff auf den Bundestag vor zwei Jahren abgeflossen sind, alle wiedersehen werden – und zwar in der finalen Wahlkampfphase im September auf der Webseite von BTLeaks.com, die bereits im Januar registriert wurde.“

Auch Arne Schönbohm, seit vergangenem Jahr Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), kämpft an vielen Fronten gegen die Angriffe der Cyberkrieger. Er appelliert dringend an alle Politiker, ihre privaten E-Mail-Accounts sorgfältig abzusichern und veröffentlichte auf der BSI-Website weitere Handlungsempfehlungen.

Dass die Bundestagswahl ein Ziel für Cyberangriffe sein könnte, dem stimmt auch Bundeswahlleiter Dieter Sarreither zu. Bereits im Januar warnte er vor Manipulationen durch Angriffe und gezielte Falschmeldungen. Und blieb selbst nicht untätig: Er verdreifachte die Ausgaben für die Infrastruktur des Rechenzentrums und sorgte dafür, im Ernstfall das Abwehrzentrum der Bundesregierung nutzen zu können. Ein eigener Twitterkanal soll Fakenews richtigstellen.

Vernetzte Endgeräte, unbedachte User

Was macht uns eigentlich so verwundbar? Es ist die Vernetzung: Je engmaschiger unsere Smartphones und Firmenserver, unsere tragbaren Elektronik-Gadgets und Mail-Accounts – einfach alle elektronischen und internetfähigen Geräte – miteinander verwoben sind, desto schneller kann sich Schadsoftware verbreiten, desto mehr sensible Daten können gestohlen werden.

Die Digitalisierung vereinfacht unser Leben, und es bringt natürlich auch Spaß, die Joggingstrecke aufzuzeichnen, per WhatsApp oder Slack-Channel mit den Kollegen zu diskutieren und abends per Streamingdienst die Lieblingsserie zu schauen – ganz gleich, wo wir uns gerade befinden. Aber: Internet und Internet of Things erfordern durchdachte Abwehrmechanismen. Ob es um den Schutz ganz privater Gesundheitsdaten, um Umsatzzahlen oder die Produktentwicklung unseres Unternehmens, um die Arbeitsfähigkeit unserer Krankenhäuser oder eben um Wahlen und den Schutz unserer Demokratie geht.

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