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Was sind Replikationsmethoden bei ETFs (Exchange-Traded Funds) und wie funktionieren sie?

ETFs (Exchange-Traded Funds) erfreuen sich immer größere Beliebtheit. Sie bilden passiv die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Es ist dem Anleger dementsprechend stets möglich die Entwicklung des Wertpapiers nachzuvollziehen. Doch wie gelingt es dem ETF die Performance des Referenz-Index zu replizieren?

Index-Replikation: Zwei Möglichkeiten, dasselbe Ziel

Dem ETF bieten sich hierzu zwei Möglichkeiten: die physische oder die synthetische Replikation. Bei der physischen Nachbildung werden die Aktien des Referenz-Index gemäß ihres Verhältnisses im Index gekauft. Hier spricht man von einer vollen physischen Nachbildung. Diese Art der Nachbildung bietet sich für Indexe an, die sich aus wenigen Werten zusammensetzen. Globale Indizes versuchen die global wirtschaftliche Entwicklung abzubilden. Dementsprechend beinhalten sie deutlich mehr Wertpapiere als beispielsweise einzelne Länderindizes wie der CAC 40. Der CAC 40 gilt als der französische Leitindex, der die 40 führenden französischen Unternehmen beinhaltet.

Teilreplikation eines Index: Das Sampling

Als Beispiel für einen globalen Aktienindex kann man den MSCI World Index betrachten. Er beinhaltet derzeit knapp 1.650 Aktien aus 23 unterschiedlichen Industrienationen. Die Entwicklung des Index mittels voller physischer Replikation abzubilden ist sehr schwierig. Hier behilft man sich des sogenannten Samplings, ein Optimierungsverfahren welches nur eine bestimmte Auswahl der Indextitel berücksichtigt. Es handelt dementsprechend nur um eine Teilreplikation des Index.

Was sind Swaps?

Der physischen Nachbildung steht die synthetische Replikation gegenüber. Synthetische ETFs investieren zur Replizierung der Wertentwicklung des Index nicht in die zugrundeliegenden Indextitel sondern bedient sich zur Nachbildung eines Swaps (=Tauschgeschäft). Hierzu kauft der ETF andere Wertpapiere als die des Referenz-Index und tauscht die Performance dieser Wertpapiere gegen die Wertentwicklung des Referenz-Index mit einem oder mehreren Tauschpartnern, einer Investmentbank.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Replikationsmethoden

Die synthetische Replikation eines ETF

Beide Replikationsmethoden bieten ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der synthetischen Nachbildung gelingt es meist besser die Wertentwicklung des abzubildenden Index zu tracken. Dies liegt daran, dass die Performance des Index unabhängig von der Entwicklung des Wertpapierkorbs getauscht wird. Zudem sind die Kosten synthetischer ETFs meist geringer. Auch ist es durch diese Methode möglich illiquidere und restriktivere Märkte abzubilden. Nachteil der synthetischen Replikation ist das damit verbundene Kontrahentenrisiko. Bei einem Swap handelt es sich um eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Partnern. Im Falle einer Insolvenz des Swappartners bleibt der ETF auf der Wertentwicklung des Wertpapierkorbs sitzen, welcher nicht den Index abbildet.

Die physische Replikation eines ETF

Die physische Nachbildung ist aufwendiger und dementsprechend auch teurer. Vorteil ist, dass der ETF auch wirklich die Wertpapiere des Referenz-Index in Bestand hat. Nachteilig ist, dass es besonders bei der teilweisen physischen Replikation zu positiven und negativen Performance-Unterschieden gegenüber dem Referenz-Index kommen kann aufgrund der Tatsache, dass der ETF nicht alle zugrundeliegenden Wertpapiere in Bestand hält.

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