Sebastian Hasenack

Sommerzeit ist Ferienzeit – aber nicht für Anleger!

Folgende Themen bewegten im abgelaufenen Quartal die Märkte und Anleger:

  • Handelskonflikt
  • US Notenbank
  • Risiken der Eurozone („Quitaly“)
  • Konsum- und Einkaufsmanagerindizes

Globale Aktien konnten sich im abgelaufenen Quartal in Lokalwährungen gut behaupten, da die Anleger sich von zyklischen Finanz- und Technologiewerten abwandten und sich stattdessen defensiven Werten wie Basiskonsumgütern, Gesundheitswesen und Versorgern zuwandten. So betrug im abgelaufenen Quartal die Performance des Themas „Wasser“ 2,4%, die des Themas „Alternde Bevölkerung“ 2,9%. Aus geographischer Perspektive lieferten asiatische Schwellenländeraktien die schwächste Performance und notierten im negativen Bereich. Investoren fürchteten in diesem Zusammenhang die Auswirkungen des eskalierenden Handelskonfliktes zwischen den USA und China. Washington (US) hat gedroht, Zölle auf chinesische Importe in Höhe von bis zu 450 Mrd. USD zu erheben. Der abgelaufene Handelsmonat Juni war dementsprechend für die Börse in Shanghai der schwächste Monat seit zwei Jahren und für den Yuan der schlimmste überhaupt gegenüber dem US-Dollar.

Entwicklung SSE Composite PR CNY in Yuan

Entwicklung USD CNY 2018

US-Staatsanleihen, die traditionell als eine der sichersten Anlageklassen gelten, profitierten vom Anstieg der Risikoabneigung im Juni. Insgesamt konnten sie sich jedoch infolge der Straffung durch die US Notenbank allenfalls behaupten. Im Euroraum, wo es die Zentralbank nicht eilig hat, die Zinsen anzuheben, legten deutsche Bundesanleihen zu, weil die Sorge über die politische Instabilität in der Region zugenommen hat. In Italien kam eine neue populistische Regierung an die Macht, während in Deutschland Angela Merkels Koalition zunehmend an Stabilität verliert. Beide Entwicklungen sorgen für Verunsicherung, wie sich der weitere fiskalpolitische Kurs gestaltet und wie wahrscheinlich eine engere Integration im Euroraum sein wird. Die folgende Grafik zeigt deutlich, wie Risiken in Italien („Quitaly“-Risiko) die Anleiherenditen italienischer Staatsanleihen anziehen lässt.

Durchschnittliche Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen

US-Staatsanleihen, die traditionell als eine der sichersten Anlageklassen gelten, profitierten vom Anstieg der Risikoabneigung im Juni. Insgesamt konnten sie sich jedoch infolge der Straffung durch die US Notenbank allenfalls behaupten. Im Euroraum, wo es die Zentralbank nicht eilig hat, die Zinsen anzuheben, legten deutsche Bundesanleihen zu, weil die Sorge über die politische Instabilität in der Region zugenommen hat. In Italien kam eine neue populistische Regierung an die Macht, während in Deutschland Angela Merkels Koalition zunehmend an Stabilität verliert. Beide Entwicklungen sorgen für Verunsicherung, wie sich der weitere fiskalpolitische Kurs gestaltet und wie wahrscheinlich eine engere Integration im Euroraum sein wird. Die folgende Grafik zeigt deutlich, wie Risiken in Italien („Quitaly“-Risiko) die Anleiherenditen italienischer Staatsanleihen anziehen lässt.

Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie in Deutschland

Der Einkaufsmanagerindex wird auf Basis der Befragung von 500 Industrieunternehmen ermittelt. Er berücksichtigt die Komponenten Auftragseingänge, Lieferzeiten, Beschäftigung, Produktion und Lagerbestand. Ein Wert größer als 50 wird als steigende Industrieproduktion angesehen, ein Wert unter 50 spricht für eine sinkende Industrieproduktion. Der Konsumklimaindex (GfK), welcher die Konsumneigung der privaten Haushalte wiederspiegelt, ist weiterhin auf einem historischen Höchststand. Hierzu tragen die hohe Beschäftigungsquote sowie steigende Löhne bei. Dies sorgt in Summe für eine nachhaltig gute Stimmung bei den deutschen Haushalten.

GFK Konsumklimaindex für Deutschland

Übergeordnet haben die Risiken für die Anlageklassen Aktien und Renten im abgelaufenen Quartal zugenommen, jedoch ist keine systematische Verschlechterung der volkswirtschaftlichen Parameter erkennbar. Die hohe Diversifikation, das tägliche Monitoring und ein fallweises Adjustieren der Risikopositionen sind im Ausblick relevante Faktoren für das Anlagejahr 2018.

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