Sebastian Hasenack

Wer die Wirtschaftspresse verfolgt, stößt unweigerlich auf den Begriff Robo-Advisor. So sperrig er klingt, so phantasievoll sind bisweilen unsere Vorstellungen. Ein kleiner R2D2, der uns mutig und unerschrocken in allen Schlachten des Lebens zur Seite steht? Ein süßer „Nummer 5“, der sich in tiefer Verbundenheit und mit riesiger Neugier dem Sortieren unserer Kontoauszüge widmet? Und mit blecherner Stimme sagt: "Lieber. Anleger. Heute. Siemens. Aktien. Kaufen. Erwarte. Anstieg."

Ganz so ist mit dem Robo-Advisor nicht

Nein, ganz so ist es nicht. Einerseits ist es auch Robotern nicht erlaubt, Insiderwissen zu nutzen, um konkrete Kaufhinweise zu geben. Andererseits verzichtet ein Robo-Advisor komplett auf eine äußere Hülle. Vielmehr ist er ein Computerprogramm, das mit Hilfe intelligenter Algorithmen ein passendes Anlageportfolio errechnet. Ihr passendes, individuelles Anlageportfolio, zugeschnitten auf Ihre Lebensumstände, Ihre Wünsche und den Grad Ihrer Risikofreude. Statt mit glänzendem Blech kommt der Robo-Advisor also mit glänzender Software. Google Robo Advisor Google-Suchanfragen nach „Robo Advisor“: deutlich gestiegenes Interesse.

Und wie geht Robo-Advisory in der Praxis?

Berichten wir von uns: Das Herzstück von investify ist ebenfalls eine Software, denn wir verstehen uns als digitaler Vermögensverwalter, als Robo-Advisor. Wir kombinieren unsere jahrelange Erfahrung in der klassischen Vermögensverwaltung mit der Rechenfähigkeit einer klugen Software. Dazu erfragen wir Vermögensverhältnisse, Kenntnisse und Erfahrungen im Wertpapiergeschäft sowie Ziele der Vermögensanlage von unseren Kunden. Die investify-Software analysiert diese Angaben, errechnet ein Risikoprofil und schlägt eine individuelle Anlagestrategie vor. Neu ist diese Vorgehensweise nicht. Vermögensverwalter nutzen bereits seit Jahrzehnten auch technische Lösungen zur Planung von Anlagestrategien. Neu ist aber, dass die Digitalisierung diese Möglichkeiten nun zum Anleger bringt. Beziehungsweise, was uns besonders wichtig ist: Auch zum Kleinanleger, der bislang kaum Zugang zu maßgeschneideterter Vermögensverwaltung hatte.

Robos maßgeschneidert im Sinne des Kunden?

Ja, denn der Algorithmus berücksichtigt sämtliche eingespeisten, individuellen Variablen – Wertvorstellungen des Kunden genauso wie sein liquides Anlagevermögen und vieles mehr. Wie ein analog agierender Vermögensverwalter aus Fleisch und Blut lernt unsere Software ihre Kunden kennen.

Und: Sie lernen die Software kennen. Über eine App und per Web-Oberfläche sehen Sie in Ihr Portfolio ein. Sie wählen die Anlagethemen, die Sie überzeugen und erhalten so eine Anlagestrategie, die genau zu Ihnen passt Sie beobachten die Vermögensbewegungen und haben ständigen Einblick in Ihre Investitionen sowie in das Feinjustieren und Rebalancing Ihrer Anlagestrategie, das unser Algorithmus aufgrund sich verändernder Marktsituationen regelmäßig vornimmt. Übrigens mit voller Unterstützung durch Portfoliomanager, denn an dieser Stelle wird künstliche mit humaner Intelligenz ergänzt. Und Sie profitieren davon, dass die Software nie ein höheres Wagnis eingeht, als sie vorgeben.

A propos Robo: Wie sicher ist das Geld?

Wie die meisten Robo-Advisor arbeiten auch wir mit einer Partnerbank zusammen. Dort liegt Ihr Geld, denn dort gibt es nicht nur die nötigen Kapazitäten und Vorkehrungen, dort gibt es auch entsprechende jahrzehntelange Erfahrung in Konto- und Depotführung. Für Ihre Fonds- und ETF-Anteile gilt dabei ein hoher Schutz, sie sind als Sondervermögen gesichert. Konkret heißt das: Ihr Kapital ist vom Kapital der Bank und dem Kapital von investify getrennt und wird selbst im Falle einer Insolvenz einer der beiden Partner nicht angetastet. Zur Abwicklung der Geldanlage wird zudem ein Verrechnungskonto benötigt – Ihre Liquidität. Dieses Konto ist wiederum durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Bestehen bleibt das übliche Investitionsrisiko, das es in jeder Geldanlage gibt. Hier sind Vernunft und ein kühler Kopf gefragt, auf Ihrer und auf unserer Seite.

Machen alle Robo-Advisor das Gleiche?

Mitnichten. So wie zwischen R2D2 und Nummer 5 oder zwischen dem Dauerpessimisten Marvin aus "Per Anhalter durch die Galaxis" und Ego-Roboter Bender aus Futurama Welten liegen, unterscheiden sich auch Robo-Advisor voneinander. Es empfiehlt sich – wie immer in Finanzfragen – genau hinzusehen.

Besonders betrifft das die Regulatorik. Ein Vermögensverwalter, der Geld für Dritte anlegen und verwalten will, benötigt zwingend eine staatliche Lizenz. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Vermögensverwalter nun online und digital für seine Kunden tätig wird (so wie investify es tut) oder ganz klassisch – offline und mit Papier und Kugelschreiber.

Kreditwesengesetz und Gewerbeordnung

Diese Lizenz erteilt eine staatliche Behörde. In Deutschland ist das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin), in Luxemburg die Commission de Surveillance du Secteur Financier (kurz: CSSF). Die Kriterien beider Behörden zur Lizenzerteilung sind hart und streng. Und das ist auch gut so. Wer eine solche Lizenz erhalten will, muss langjährige Praxiserfahrung in der Vermögensverwaltung aufweisen und strenge finanzielle Rahmenbedingungen erfüllen.

Kann das denn jeder? Natürlich nicht. Deshalb sind nur wenige Robo Advisor als Finanzportfolioverwalter lizensiert. Andere Robo Advisor arbeiten nach §34f der Gewerbeordnung, der mit dem Titel "Vermittlung von Fonds" den Unterschied zur Vermögensverwaltung schon verdeutlicht. Sie haben die Funktion eines Maklers und verdienen ihr Geld mit den Provisionen aus dem Verkauf – ein klassisches Abschlussgeschäft.

Wir bei investify verstehen uns dagegen als digitale Vermögensverwalter. Wir profitieren nicht vom Kauf und Verkauf dieser oder jener Fonds, sondern entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine baukastengleiche, individuelle Anlagestrategie. Außerdem setzen wir auf Transparenz: Die Kunden zahlen für unsere stetige Dienstleistung jährlich ein Prozent Gebühr, abhängig vom Anlagevolumen. Von den Fondsanbietern selbst sind wir völlig unabhängig, Provisionen gibt es nicht.

50 Shades of Robo Advisor

Halten wir fest: Es gibt Robo-Advisor, die aufgrund individueller Kundendaten und -wertvorstellungen, Algorithmen sowie mit einer staatlichen Lizenz eine digitale Vermögensverwaltung anbieten. Und es gibt Robo-Advisor, die – sicherlich auch so individuell wie möglich – digitalen Fondsvertrieb praktizieren. Der Kunde darf entscheiden. Ganz so, wie zwischen Nummer 5, R2D2, Bender und Marvin.

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