Christian Harr

Was am 15. September 2008 passierte, dürften Personen außerhalb der Finanzbranche anfangs nur schwer verstanden haben. Denn selbst für viele Finanzprofis kam das, was an jenem Tag passierte, überraschend. An diesem Tag musste die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Konkurs anmelden. Eine der größten Investmentbanken der Welt war zahlungsunfähig und der amerikanische Staat wollte die Investmentbank nicht retten. Doch wie konnte es soweit kommen, dass eine Investmentbank dieser Größe Konkurs anmelden musste?

 

Ein Rückblick in der Geschichte

Nach Beendigung der Goldbindung des Dollars 1971 kannte die US-Zinskurve eigentlich nur einen Weg: abwärts. Und mit der Erfindung der mortgage-backed securities Ende der 70er, zu Deutsch Hypothekenanleihen, kam ein eigentlich gut durchdachtes und sinnvolles Finanzprodukt auf den Markt, welches sich in Kombination mit den niedrigen Zinsen in den darauffolgenden Jahren zum Ursprung der Finanzkrise entwickelte.

Ab Mitte der 90er Jahre entstand in der Finanzbranche der Begriff des „Subprime“ Marktes. Er bezeichnet den Teil des privaten Hypothekendarlehensmarkts, auf dem sich Kreditnehmer mit einer äußerst schlechten Bonität bewegen. Durch die niedrigen Zinsen und den regen Handel mit CDOs kamen immer mehr Menschen mit einer schlechten Bonität zu einem Kredit. Ein CDO, Collateralized Debt Obligation, ist ein Finanzprodukt, welches aus einem Portfolio festverzinslicher Wertpapiere besteht, zu denen auch Hypothekenanleihen zählen. Einem CDO können sowohl Anleihen guter sowie schlechter Bonität beigemischt werden. Somit wird das Risiko einzelner Anleihen bereits im Produkt selbst gestreut.

Aufgrund der komplexen Struktur der Finanzprodukte und ihrer impliziten Risikostreuung haben die Ratingagenturen, welche ein Finanzprodukt analysieren und dieses auch mit einem Rating versehen, die meisten Finanzprodukte mit der Bestnote AAA ausgezeichnet. Das Paradoxe ist, dass es sich bei den Ratingagenturen um private Unternehmen handelt, welche von den Emittenten von Finanzprodukten beauftragt und bezahlt werden. Es handelt sich hierbei nicht um eine staatliche Überwachungs- / Kontrollbehörde.

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und den Terroranschlägen des 11. September 2001, senkte die US-Notenbank weiter die Zinsen um die Wirtschaft zu stärken. Der Subprime-Markt wuchs bis die Anzahl der Zahlungsausfälle 2007 immer weiter anstieg. Die primär auf die USA beschränkte Schuldenkrise entwickelte sich in der Folge zu einer globalen Finanzkrise. Viele Banken hatten und haben bis heute eine hohe Anzahl fauler Kredite in ihren Büchern. Die Staaten mussten eingreifen um das Finanzsystem zu retten. Auch zahlreiche deutsche Finanzinstitute benötigten Staatshilfen oder wurden abgewickelt.

Die Entscheidung, Lehman Brothers nicht zu retten, überraschte viele, wurden doch bereits vorher einige Finanzinstitute gerettet, bzw. anderweitig stützend unter die Arme gegriffen. Nur einen Tag nach der Lehman-Pleite, beispielsweise, wurde der Versicherer AIG mit einer Finanzspritze von 85 Milliarden US Dollar vor einer drohenden Insolvenz gerettet.

Lehman Brothers war eine global agierende und vernetzte Bank. Ihr Niedergang hatte globale Auswirkungen. Auch in Deutschland waren Anleger direkt von der Pleite von Lehman Brothers betroffen. Viele Anleger besaßen Lehman-Zertifikate, welche im Zuge der Insolvenz wertlos wurden.

 

Kann so etwas nochmal passieren und wie kann ich mich als Privatanleger schützen?

Makroökonomische Turbulenzen treten unregelmäßig und meist unerwartet auf. investify setzt auf eine langfristige Anlagestrategie, die bei neuen Marktgegebenheiten angepasst wird. Hierzu wird der Finanzmarkt kontinuierlich beobachtet und unter bestimmten Voraussetzungen auf die neuen Umstände reagiert. Darüber hinaus ist auch die Produktauswahl bei Investitionsentscheidungen von besonderer Bedeutung. investify überwacht das Produktuniversum täglich und ist stetig bestrebt für die Kunden seiner Vermögensverwaltung die effizientesten Produkte einzusetzen.

investify setzt zur Umsetzung seiner Anlagestrategie vorwiegend ETFs und aktive Fonds ein. Beide Produkte verbriefen einen Anteil an einem Sondervermögen. Das investierte Kapital ist vom restlichen Vermögen des Emittenten getrennt und bei einer unabhängigen Depotbank hinterlegt. Somit kann das in die ETFs und die aktiven Fonds des Emittenten investierte Vermögen nicht zur Begleichung von Forderungen herangezogen werden. Des Weiteren bevorzugt investify physisch replizierte ETFs. Hierbei bildet der ETF den nachzubildenden Index durch den Kauf der dazugehörigen Titel ab. Das Emittentenrisiko wird somit vermieden. Bei einer synthetischen Replikation erfolgt die Index-Nachbildung über ein Tauschgeschäft. Hierbei tauscht der ETF eine vorher festgelegte Rendite mit einem Finanzinstitut. Das Finanzinstitut liefert dem ETF im Gegenzug die Indexrendite. Hier liegt dem Anleger ein Emittentenrisiko vor. Entscheidet sich investify dazu Produkte einzusetzen, welche einem Emittentenrisiko ausgesetzt sind, so unterliegen die Emittenten einer ständigen Überprüfung. Eine Möglichkeit ist die Überwachung der aktuellen Credit Default Swaps (CDS). Ein CDS ist eine handelbare Kreditausfallversicherung. Je höher der Kurs zu dem diese handeln, desto schlechter die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens.
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